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Sylt goes SUP-Yoga

SUP-Simone Steinhardt-freie Journalistin Sylt-Sylt und der Norden-SUP Yoga Sylt

Stand-up-Paddling (SUP) ist – nicht nur auf Sylt – längst Trend. Aber Yoga auf dem Board? Ob und wie das funktioniert, habe ich vergangenes Wochenende auf Sylt getestet.

Seit Jahren bin ich begeisterte SUPerin. Da ist es ein Geschenk, dass ich auf Sylt lebe und diesen wunderbaren Sport genießen kann, sobald es die Bedingungen zulassen. Morgens vor der Arbeit raus mit dem Board, mit einem Schweinswal  oder Seehund als einzigem Begleiter meiner Touren: unbezahlbare Momente!

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Sobald es die Bedigungen zulassen, bin ich im Sommer auf dem Wasser unterwegs (Foto: @Roswitha Seim)

Yoga auf festem Boden ist dazu ein schöner Ausgleich – auch hier ist vor allem die Balance gefragt. Wirft man beides zusammen, wird SUP-Yoga daraus: Yoga auf dem Board. In Amerika ist das längst nichts Neues mehr. Die US-amerikanische Yoga-Ikone „Dashama“ stellte die für Deutschland noch immer recht neue Sportart bereits 2015 auf der  Messe „Boot“ in Düsseldorf in Kooperation mit einem Boardhersteller vor. „SUP-Yoga ist eine kraftvolle und einzigartige Kombination. Dabei muss der Yogi seine Core-Muskeln integrieren und benutzen. Zudem werden alle Muskeln des Körpers für die Balance und Stabilisierung angesprochen“, erklärt Dashama. Zudem sei das Praktizieren auf dem Wasser bedingt durch das Gefühl des Schwebens  deutlich entspannender als eine Session an Land.

Wasser als Trimm-Dich-Pfad

Vergangenes Wochenende hatte ich die Gelegenheit, SUP-Yoga auf einem Fun-Wassersport-Event in der Sylter Welle zu testen. Die überregionale  Initiative „SUP Teamsport“ präsentierte in Zusammenarbeit mit dem Sylt Tourismus-Service  (ISTS) sowie der Krankenkasse BKK VBU  im Rahmen eines Wassersport-Events, was neben dem Paddeln auf dem Board noch möglich ist.

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Der starre Blick täuscht: SUP-Yoga macht Spaß! Konzentrieren muss man sich trotzdem. Sonst gibt’s einen Abflug von der schwimmenden Yoga-Matte. (Foto: @SUP Teamsport/Max Bech, Thomas Wendt)

Die Initiatoren von „SUP Teamsport“ – das sind er Profi-Windsurfer Klaas Voget, der Ernährungs- und Sportmediziner Philip Michel sowie der Wassersportler Thomas Wendt. Die drei haben ein großes Ziel: „Wir wollen Gesundheitsförderung mit Spaß verbinden, SUP als Gruppensport etablieren. Daher auch der Name SUP Teamsport“, so Philip Michel. Dafür haben die Initiatoren sogar eigene Sportarten auf dem Board entwickelt: Etwa den SUP FitCircle, eine Art Zirkeltraining auf dem Wasser. Oder „SUP-Quidditch“ – in Anlehnung an den berühmten Zauberlehrling Harry Potter. Dabei spielen je zwei Team á drei Paddler gegeneinander. Ihr Ziel: Tore schießen – und den so genannten Dude des gegnerischen Teams mit einem Wurfgerät „abschießen“.

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Der Teamsport „SUP Quidditch“ verbindet Action, Fun und Fitness auf spielerische Art.(Foto: @Simone Steinhardt)

So will SUP Teamsport den Spaß auf dem Board auch als Schul- und Betriebssport etablieren. Für die Krankenkasse BKK VBU keinesfalls abwegig – sie arbeitet in Sachen Schulsport bereits mit SUP Teamsport zusammen: „SUP zeigt, dass Sport und Gesundheit sexy sein können, dass man Sport und Spaß prima miteinander kombinieren kann. Wir als Krankenkasse gehen gerne andere Wege“, so Regionalleiter Nord, Niels Brümmer. Philip Michel fügt hinzu: „Das Schöne beim SUP ist die schnelle Lernkurve, und dass es keine Altersbegrenzungen nach oben oder unten gibt. Da ist zum einen das tolle Naturerlebnis, aber auch der Fitness-Aspekt. Auf dem Wasser muss die Tiefenmuskulatur viel stärker arbeiten“, so Philip Michel. Ausschlusskriterien gebe es aus medizinischer Sicht kaum: „Wer aber z.B. einen aktuen Bandscheibenvorfall oder eine Entzündung hat, sollte nicht SUPen.“ Dafür muss man weder SUP-Profi sein noch Yoga-Expertin: Auch für Anfänger ist SUP-Yoga geeignet. Allerdings dürfte der Balanceakt dann anfangs dann noch intensiver sein.

SUP-Yoga – mein Selbstversuch

Mein SUP-Yoga Selbstversuch startet mit ein wenig Aufwärmpaddeln auf einem Racing-Board – ebenfalls eine neue Erfahrung für mich. Bisher bin ich immer nur auf meinem „gemütlichen“ Starboard-Allrounder unterwegs gewesen. Für die Yoga-Einheit docken wir an einer sternförmigen Station an, an der das Board befestigt wird. Die erste Herausforderung: Mein Board zeigt sich widerspenstig und ich brauche die Hilfe des eines Trainers an Land. Wir sind zu acht: sieben Frauen, ein Mann. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich das so gut hinbekomme“, erzählt er mir nach der Session stolz.

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SUP-Yoga ist ein Balanceakt. Das macht es aber auch spannend. (Foto: @SUP Teamsport/Max Bech, Thomas Wendt)

Die Yoga-Einheit startet relaxt mit ein paar Entspannungsübungen im Sitzen. Doch auch hier merke ich bereits deutlich: Mein Körper muss mehr arbeiten, um in Balance zu bleiben. Yoga-Lehrerin Jeanette Weide sitzt in der Mitte des Sterns und sagt die Übungen an.  Zwangsläufig muss sie einigen von uns während der Session den Rücken zudrehen. Dann sind die Abweisungen kaum zu verstehen. Man muss also immer die Augen offen halten, um mitzukommen.

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Yoga auf dem Board vermittelt ein komplett neues Körpergefühl. (Foto: @SUP Teamsport/Max Bech, Thomas Wendt)

Hinzu kommt: Wir hängen alle am Selben Stern. Wackelt einer, dann wackelt auch die sternförmige Dockingstation und  damit alle anderen. Es dauert nicht lange, da passiert es: Während einer Übung verliere ich das Gleichgewicht und lande im Wasser. Was soll’s – einer muss für den Spaßfaktor sorgen. Die Übungen, die ich alle aus dem Yoga kenne, erlebe ich auf dem Brett völlig neu. Ich muss mich sehr konzentrieren, um die Balance zu halten. Doch gerade deshalb ist eine solche Einheit auch ein prima Ausgleich zu meinem sonstigen Sportprogramm – und eine echte Alternative für den Winter, wenn es draußen zu ungemütlich zum SUPen ist.

Mein Fazit

Abgesehen davon, dass einige Anweisungen schwer verständlich waren, war die SUP-Yoga-Session eine schöne Abwechslung im winterlichen Sportprogramm. Die gesamte Muskulatur ist gefragt, um in Balance zu bleiben –  so wird der Körper auf eine ganz andere Art gefordert und gefördert. Das macht das SUP-Yoga so intensiv. Sollte das SUP-Yoga auf Sylt regelmäßig angeboten werden, wäre ich jederzeit gerne wieder mit dabei. Ob es dazu kommt, will die Sport-Leitung des ISTS um Christine Kühn jetzt klären. „Es wäre super, wenn wir SUP-Yoga als festen Bestandteil in unser Sportprogramm aufnehmen könnten“, sagt die gelernte Physiotherapeutin und begeisterte Wassersportlerin. Wie es weitergeht? Ich halte euch auf dem Laufenden!

Danke an den ISTS und SUP Teamsport, die mir die kostenlose Teilnahme am SUP-Yoga-Kurs für meinen Selbsttest ermöglicht haben.

Text: @Simone Steinhardt. Fotos: @SUP Teamsport/Max Bech, Thomas Wendt, @Roswitha Seim, @Simone Steinhardt. Veröffentlichung, auch in Teilen, nur mit Zustimmung der Autorin.

Tipps, Infos und weiterführende Links:

Wer auf Sylt SUPen lernen möchte: In den meisten Surfschulen werden Kurse, auch für Anfänger, angeboten. Doch auch für Fortgeschrittene kann ein Kurs sinnvoll sein. Das Material inkl. Neopren wird gestellt. Ein Schnupperkurs eim ISTS etwa kostet 50 Euro. Fortgeschrittene können sich das Material auch seperat in den Surfschulen leihen. Für zwei Stunden müsst ihr mit etwa 25 Euro für Board und Paddel rechnen. Die Surfschule Westerland berechnet 10 Euro zusätzlich für den Neo. Für Doch Achtung: Gerade, wenn ihr „Nordsee-Unerfahren“ seid, geht nicht allein Paddeln! Vor allem die Unterströmungen sind tückisch und nicht zu unterschätzen. Sagt im Zweifel an jemandem an Land Bescheid, wo ihr unterwegs seid. Denkt bitte auch an einen hohen Sonnenschutz: Auf dem Wasser verstärkt sich die UV-Strahlung.

Zur offiziellen Webseite des Sylt Tourismus-Service gehts hier entlang: https://insel-sylt.de

Mehr über SUP als Gruppensport erfahrt ihr bei SUP Teamsport: https://www.sup-teamsport.de

Surfschule Westerland, zentral gelegen auf der Promenade am Hauptstrand „Brandenburger Strand“: https://www.sunsetbeach.de

4 Kommentare

  1. GoldGabi sagt

    Ein superguter Bericht und eine supergute Idee! Allerdings erscheint mir das SUP Yoga schon als Königsklasse, denn nur der Gedanke auf diesem wackeligen Board in eine aufrechte Position zu gelangen ist , für eine die es noch nie probiert hat, fast unvorstellbar! Aber an einem schönen, wellenarmen!!! Sommertag kann ich mir schon vorstellen es mal auszuprobieren! Bleibe dran an der Idee :-))

    • Simone Steinhardt sagt

      Vielen Dank, Gabi! Ich kann Dir sagen, es ist möglich auf dem wackligen Board:-) Ich wünsche Dir viel Spaß beim Ausprobieren!

  2. SUP-Quidditch klingt ja mal extrem super! Das könnte der neue Trensport werden 🙂
    Generell find ich Fitness auf dem Board klasse. SUPen an sich ist ja schon ein Sport, der den ganzen Körper fordert und die Körperkontrolle durch das Ausbalancieren der Wasserbewegungen schult. Pilates oder Yoga auf den Boards wird dadurch noch anspruchsvoller.

    • Simone Steinhardt sagt

      Vielen Dank für Deinen Kommentar, Katrin! Das SUP-Quidditch habe ich tatsächlich nicht selbst probiert, aber die Teilnehmer hatten sichtlich Spaß:-) Das Thema SUP-Yoga werde ich sicher für mich weiterverfolgen – auf Sylt dürfte es da nicht so viele Angebote geben. Ist definitv eine gute Ergänzung zum reinen SUPen. Schöne Grüße von Sylt!

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