Hier steckt Sylt drin - echt!, Natur, Sylt

Serie Sylter Produkte: Hier steckt Sylt drin – echt!

Wenn ich an „Sylter Produkte“ denke, habe ich einen bestimmten Slogan im charmanten Schweitzerdeutsch im Ohr: „Wer hat’s erfunden..?!“ Übertagen auf Sylter Produkte müsste es eigentlich heißen: „Was ist drin?“ bzw. „Wo ist’s gemacht?!“

Denn nicht überall ist da, wo Sylt drauf steht, auch Sylt drin. Bei manch einer Packung, die ich in den Händen halte, frage ich mich: Was hat das mit Sylt zu tun? Weder wurde das Produkt auf der Insel hergestellt, noch enthält es „Zutaten“ von hier. Doch die vier Buchstaben haben eine besondere Strahlkraft – nicht zuletzt, da Sylt vergangenes Jahr erneut als „Marke des Jahrhunderts“ ausgezeichnet wurde. Nicht schlecht für einen nur gut 99 km² großen Sandknust. So weckt Sylt offensichtlich auch in Sachen Produkt-Vermarktung Begehrlichkeiten. Ich will an dieser Stelle keine Namen nennen und möglichen Mogelpackungen eine Plattform bieten. Vielmehr möchte ich hier „echte“ Sylter Produkte vorstellen. Und nur solche, die ich alle selbst getestet habe bzw. die bei mir regelmäßig in Küche und/oder Bad zum Einsatz kommen oder mit denen ich mich „schmücke“.  Im ersten Teil meiner Serie „Hier steckt Sylt drin – Echt“ geht es um ein lebendes „Produkt“, mit dem seine Produzenten gerade jetzt im Frühling alle Hände voll zu tun haben. Die Rede ist von der pazifischen Felsenauster, die auf Sylt unter dem Label „Sylter Royal“ gezüchtet wird.

Sylter Royal – eine königliche Delikatesse

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Beliebte Sylter Delikatesse: die Pazifische Felsenauster, auf Sylt unter dem Label „Sylter Royal“ gezüchtet.

Die Schale knackt verheißungsvoll beim Öffnen. Es riecht nach Meerwasser, der Inhalt schimmert in seiner perlmuttfarbenen Schale und verzückt den Gourmetgaumen: Die Rede ist von der Pazifischen Felsenauster. Auf der Insel wird sie unter dem Label Sylter Royal gezüchtet – in der Dittmeyers Austerncompagnie in List, Deutschlands einzigem Austern-Zuchtbetrieb.

Rund 400 Tonnen Austern lassen sich die Deutschen jedes Jahr schmecken. Das ist wenig im Vergleich zu Frankreich: Satte 240.000 Tonnen landen dort jährlich auf den Tellern der Feinschmecker. König Ludwig der XIV soll vor seiner Hochzeitsnacht mit Maria Theresia von Spanien übrigens 400 Austern verschlungen haben. Ob das was gebracht hat, ist nicht überliefert. 100 Tonnen des Austernkonsums hierzulande stammen aus List. Bis die Feinschmecker ihre royale Delikatesse genießen können, haben die Austernfischer alle Hände voll zu tun. Zweimal im Jahr heißt es: Wohnort-Wechsel. Vor dem ersten Frost muss die Sylter Royal im Herbst in geschützte Meerwassertanks in der Lister Produktionshalle umziehen.

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In diesen Tanks verbringen die Austern den Winter.

Im Frühjahr geht es vom Winterquartier zurück ins Sommerlager in der Lister Blidsel Bucht. Der Betriebsleiter der Dittmeyers Austerncompanie, Christoffer Bohlig, erklärt den Grund für den Umzug. „Es ist nicht die Kälte. Aber wenn es im Watt friert, werden die Austern von den Eisschollen platt gewalzt.“ Im Watt liegen die Schalentiere geschützt in Stahlnetzen, so genannten Poches, auf einer Art Tisch. Eine Poche – das ist das französische Wort für Tasche – wiegt etwa so viel wie ein Sack Zement.

Austernzucht ist ein Knochenjob

Der Umzug ist für Christoffer Bohlig und seine Crew ein Knochenjob. Poche für Poche hieven die Männer auf den Traktor, manchmal bleibt dafür nicht mal eine halbe Stunde Zeit: Der Arbeitsrhythmus der Männer ist den Gezeiten unterworfen. „Mal haben wir drei Stunden Zeit, manchmal können wir gar nicht ins Watt“, so Bohlig, der mit den Kollegen oft bis zu 20 Tonnen Austern täglich bewegt. Fitnessstudio? Gelächter!

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Betriebsleiter Christoffer Bohlig liebt seinen Job. Obwohl der echte Knochenarbeit ist.

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Christoffer Bohlig (Lins) und sein Kollege bauen im Watt neue Austerntische. Darauf kann die Delikatesse in Ruhe wachsen.

Seinen Job liebt Christoffer Bohlig. „Das Schöne ist, dass ich in der Natur sein, das Meer riechen kann. Abends merke ich, was ich geschafft habe“, so der Diplom-Ingenieur zufrieden. Bis die Tiere ihr Verkaufsgewicht von 70 bis 90 Gramm erreicht haben, vergehen etwa drei Jahre. „Wir haben die Auster etwa 30 mal in der Hand gehabt, bevor sie verkauft wird“, so Bohlig. Wiegen muss sie der Experte nicht. Wann ihr optimales Gewicht erreicht ist, weiß er aus langjähriger Erfahrung.

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Von Sylt in die Welt: Gourmets aus ganz Deutschland lieben die Sylter Royal.

Tipps zum Umgang mit der Auster

Wie erkennt ihr eine frische Auster? Ganz einfach: mit dem Klopftest: Klopft ihr zwei Austern gegeneinander, muss sich das dumpf anhören. Klingt es hohl, hat die Auster Wasser verloren und ist verdorben. Geöffnet wird die Delikatesse mit einem speziellen Messer. Auf keinen Fall das Küchenmesser nehmen – das kann zu Verletzungen führen. Zusätzlich schützt ein Austernhandschuh. Das Messer wird an der spitz zulaufenden Seite, dem so genannten Schloss, angesetzt. Dann sticht man vorsichtig in die Auster, bis der Widerstand nachlässt. Die Oberschale wird mit einer leichten Drehbewegung des Messers von der Unterseite getrennt. Jetzt noch vorsichtig den seitlichen Muskel durchtrennen und dann liegt sie da, glänzend und verheißungsvoll in ihrer perlmuttfarbenen Schale. In Restaurants indes wird die nordfriesische Delikatesse geöffnet serviert. Meine Austern mag ich am liebsten ganz pur, ohne überbacken, ohne Schnickschnack. Nur einen Spritzer Zitrone träufele ich auf die Delikatesse – die übrigens gut gekaut, nicht einfach heruntergeschluckt wird.

Fazit: Wenn ihr euch auf Sylt ein echtes Sylter Produkt gönnen möchtet – mehr Sylt geht nicht. Und frisch aus dem Meer auf den Teller, das gibts es auch nur hier. Lasst es euch schmecken! Anmerkung: Für diesen Post wurde ich nicht bezahlt – sollte es sich bei meinen Beiträgen um (bezahlte) Kooperationen handeln, wird das natürlich kenntlich gemacht.

Weiterführende Links

Sylter Royal: https://www.sylter-royal.de

Gefällt euch der Beitrag? Dann freue ich mich über’s liken, teilen und natürlich auf eure Kommentare! Im zweiten Teil meiner Serie „Hier steckt Sylt drin – Echt“ geht es um es um ein Produkt, dass in einer Art Küche hergestellt wird. Essen kann man es aber nicht. Lasst euch überraschen!