Promis auf Sylt, Sylt

Patrick Dempsey: Stargast beim Porsche-Opening auf Sylt

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Eigentlich gehören Schauspieler nicht unbedingt zu meinen Lieblings-Interview-Partnern. Auch, wenn das provokant klingt. Ganz einfach deshalb, weil ihnen das Klischee der divenhaften, unnahbaren Stars so hartnäckig anhaftet wie dieses, dass Sylt der Tummelplatz der Schönen und Reichen ist. Eigentlich. Ich gebe gerne zu: Nach meinem Interview mit Patrick Dempsey nehme ich das zurück, behaupte das Gegenteil, werfe alles hin und geh‘ nach Hollywood.

Doch der Reihe nach. Ich bin mit Hollywood-Schauspieler Patrick Dempsey in Keitum verabredet. Für Millionen Fans ist er „McDreamy“, der attraktive Neurochirurg Derek Shepherd aus der Serie „Grey’s Anatomy“. Doch vor allem brennt der Schauspieler für den Rennsport, startete unter anderem beim 24-Stunden-Rennen in Le Man und ist Teilhaber des Teams „Dempsey Proton Racing“.  Ein perfekter Markenbotschafter, eingeladen zur Eröffnung des neuen Porsche-Showrooms auf Sylt. Um 8.45 Uhr am Samstag klingelt mein Telefon. Unser Interview für NDR 1 Welle Nord war für 9.30 Uhr angesetzt. Eine Porsche-Mitarbeiterin ist am anderen Ende: „Patrick Dempsey lässt freundlich fragen, ob wir den Termin auf später schieben können.“ Ich ahnte es. Divenhaft. Oder? Wir vertagen uns auf die Mittagszeit. Als ich ankomme, macht Patrick Dempsey den etwas holprigen Start aber sofort wett. Aufgeschlossen und herzlich begrüßt mich der Hollywood-Schaupieler – ganz in dunkelblau gekleidet, mit Schal um den Hals, einem smarten Lächeln auf den Lippen und sympathischen Lachfältchen um die berühmten blauen Augen.  Ihm gegenüber sitzt Porsche-Mitarbeiterin Laura Kern, ansonsten sind wir ungestört. Eine kuschlige Runde. Mein Aufnahmegerät bleibt allerdings zunächst aus.

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Anregendes Gespräch mit Hollywood-Star Patrick Dempsey: Nach dem Interview erklärt er mir die Vorzüge des feuerroten Porsche 911 Carrera 4S Cabrio mit Hybridmotor im Hintergrund.

Vertauschte Rollen: Patrick Dempsey stellt die Fragen

Denn: Der Schauspieler stellt MIR Fragen. Über Sylt, die Natur, meine Arbeit und: Friesenwälle. „Was ist das mit diesen Steinen und dem Gras darauf? Und kommen die Steine von hier? Moment, ich nehme das für meinen Artikel auf“, scherzt der 51-Jährige. Er hat ehrliches Interesse an der Insel, sie scheint ihn gepackt zu haben, obwohl er zuvor noch nie auf Sylt war. Das hat einen Grund: die Insel erinnert ihn an seinen Heimatort. „Ich komme aus einer kleinen Stadt in Maine, New England. Der nächste Nachbar war eine Meile entfernt, so bin ich aufgewachsen. Es fühlt sich gut an, hier zu sein. Ich mag es sehr“, erzählt der Vater dreier Kinder. Wie sehr, zeigt sich auch an seiner Kamera, die auf dem Tisch vor ihm liegt. Die hat er sich in Westerland gekauft, „weil meine Handykamera kaputtgegangen ist.“

Fotografie als neues Hobby

Fotografieren sei zu einer Art neuem Hobby geworden. „Auch durch die Kooperation mit Porsche. Da kann ich kreativ sein, auch, was die Spots angeht, die wir gedreht haben.“ Auf Sylt hat er viele Motive gefunden. Patrick Dempsey zeigt mir die Lahnungen im Keitumer Watt, die er fotografiert hat, will wissen, was das ist. Auch architektonisch hat es ihm die Insel angetan. „Man sieht, dass es hier eine lange Tradition gibt. Das inspiriert mich.“ Dann plaudern wir noch ein bisschen über meine Arbeit, über die Technologie dahinter und die Notwendigkeit, auch mal Offline zu sein. Patrick will wissen, ob ich auch mal nur zum Spaß schreibe. Ich erwähne meinen Blog und natürlich auch, dass ich gerne über unser Treffen schreiben möchte.“Aber sicher, gerne“, sagt Mr. Charming.

„Jetzt wird es offiziell“

Schließlich tauschen wir dann doch unsere Rollen: Ich bin dran mit Fragenstellen und schalte mein NDR-Aufnahmegerät ein. „Jetzt wird’s offiziell“, sagt Patrick, fast ein bisschen bedauernd. Doch er ist schließlich beruflich auf Sylt, will Porsche bei der Eröffnung am samstagabend neben dem ehemaligen Formel 1-Piloten Mark Webber als Markenbotschafter repräsentieren.

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Beantwortete am Sonnabend ausführlich alle Fragen: Patrick Dempsey in einem Keitumer Luxushotel.

Unter anderem möchte ich wissen, wie Patrick entscheiden würde, wenn ihm eine gute Fee einen Wunsch erfüllt. Eine Woche auf Sylt mit einem Porsche oder zwei Wochen in Monaco mit einem Ferrari? „Das ist eine leichte Entscheidung. Ich wäre hier, ohne Frage. Das sage ich, weil ich es ehrlich so meine. Sylt ist ein sehr spezieller Ort. Das ist Monaco zwar auch, aber es hat nicht diese natürliche Schönheit, die diese Insel hat.“ Scusa, Ferrari, Excusez-moi, Monaco….Das Klischee von Sylt als „Insel der Schönen und Reichen“ kann Patrick Demsey übrigens nicht nachvollziehen. „Ich habe zwar noch nicht viele Menschen hier getroffen. Aber die, die ich getroffen habe, waren sehr offen, sehr freundlich. Attraktiv, ja. Aber auf eine sehr pure, natürliche Art.“ Doch auch die Sportwagen aus Zuffenhausen haben es dem Hollywood-Beau angetan: Der 51-Jährige ist schon seit Jahrzehnten Fan, hat zuhause einen ganzen Porsche-Fuhrpark. Langsam wird die Zeit knapp. Um 13.15 Uhr will eine ganze Porsche-Flotte zu einer Inselrundfahrt aufbrechen.

„Wie findet ihr diese Balance?“

Eines interessiert mich dann aber doch noch: Hat Patrick Dempsey, dem Reporter stets neugierige Fragen stellen, eine Frage an uns Reporter? „Journalisten haben heute mehr denn je eine große Verantwortung, die wirklich wahre Geschichte zu erzählen. Ganz gleich, auf welcher Seite sie politisch stehen. Ausgewogener, ehrlicher Journalismus und die Integrität des Journalismus ist wichtiger denn je. Wie findet ihr diese Balance? Das wäre meine Frage“. Eine berechtigte Frage – wert, sie lange zu diskutieren, wenn denn noch Zeit wäre. Doch der Schaupspieler muss bald los, die Inselrundfahrt wartet. „Für welchen Wagen würden Sie sich entscheiden?“, will Patrick wissen. Ich gestehe ihm, dass ich eigentlich mehr auf italienische Sportwagen stehe. „Welche denn?“, fragt Patrick Dempsey. Ich erzähle ihm von meinem alten, roten Alfa Romeo Spider, den ich vergangenes Jahr schweren Herzens verkauft habe.

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Sorry, Porsche: Nach dem Fund dieses Fotos muss ich meinen Alfa hier einschmuggeln, einfach ein wunderbarer Designklassiker. Cheers for rockin‘ times. Miss you.

„Wirklich, über diese Autos haben wir gerade erst gesprochen, Wahnsinn“, sagt der begeisterte Sportwagenliebhaber. Da Italien hier aber keine Option ist, würde ich mich für den roten 911er GT entscheiden. Der Farbe wegen. „Ein Hybrid“, erklärt Porschexperte Dempsey.

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Patrick Dempsey erklärt mir, wie die Tiptronic-Technik des feuerroten 911er GT funktioniert.

Abendliches Wiedersehen

Wir verabschieden uns, werden uns aber später beim Opening des Showrooms und der anschließenden Abendveranstaltung in der Sturmhaube in Kampen wiedersehen. „Diese Location werden Sie lieben“, verspreche ich dem Gast aus den Staaten. Ich hoffe, nicht zu viel versprochen zu haben. Bei der Eröffnung des Showrooms in Tinnum dürfen die geladenen Gäste dieses Schätzchen bewundern: Ein Porsche Carrera RS 2.7., Baujahr 1973. Ein wunderschöner Design-Klassiker.

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Dieser Porsche und ich, das könnte passen! Dank an Tom Junkersdorf von GQ für das Foto.

Bei der Eröffnung des Showrooms in Tinnum dürfen die geladenen Gäste dieses Schätzchen bewundern: Ein Porsche Carrera RS 2.7., Baujahr 1973 – ich liebe den Wagen. Ein klassisches Autohaus ist hier nicht entstanden: Der Showroom soll ein Treffpunkt sein für alle, die Porsche lieben, sagt Marketing-Leiter Deutschland, Bastian Schramm, in seiner Eröffnungrede. Danach geht es nach Kampen, in die Sturmhaube, die derzeit eigentlich geschlossen ist und eigens für diesen Event angemietet wurde. Natürlich fahren wir mit den schnellen Sportwagen dorthin – ich allerdings nur als Beifahrer.

In der Sturmhaube erwartet uns ein köstliches Catering aus dem Kampener Gogärtchen, Musik, Champagner und anregende Gespräche. „Hey, schön, Sie wiederzusehen“, strahlt mich der 51-jährige an. Ich frage ihn, ob ich zuviel versprochen haben, was die Location angeht. „Nein, absolut nicht. Es ist wunderbar. Ich mag vor allem, wie die Farben des Hauses und des Strandes ineinaner verschmelzen“, sagt Patrick Dempsey und zeigt aus dem Fenster der ersten Etage auf das Reetdachanwesen „Kliffende“ und den dahinterliegenden Sandstrand. Patrick stellt noch ein paar Fragen zu Sylt und den Häusern hier. Als ich ihn zum Schluss frage, ob er noch eine Nachricht an all seine  – vornehmlich weiblichen – Fans auf Sylt und in Schleswig-Holstein hat, fühlt er sich geschmeichelt und sagt folgendes – hört mal rein:

O-Ton Patrick Dempsey:


Mein Fazit nach unserem Gespräch: Ich habe einen äußerst angenehmen, interessierten und charmanten Gesprächspartner ohne Allüren getroffen und revidiere meine Meinung über Schauspieler. Zumindest, was Patrick Dempsey angeht. Aber Hollywood und ich, das wird erst mal nichts. „Sie sind ein Glückspilz, hier zu leben“, hat Patrick Dempsey zu mir gesagt. Und da hat er recht.

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Weiterführende Links:

https://www.porsche-auf-sylt.de

https://proton-competition.com