Natur, Promis auf Sylt, Sylt
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Nord Nord Mord: Robert Atzorn ermittelt ein letztes Mal als Clüver

Der Sendetermin steht: Am kommenden Montag, 15. Januar um 20.15 Uhr, ermittelt Robert Atzorn in „Clüver und der leise Tod“ ein letztes Mal auf Sylt. Ich war bei den Dreharbeiten letztes Jahr dabei: in Kellner-Klamotte und als Joggingdouble.

Journalisten sind Langschläfer. Sagt man. Stimmt  nicht, schreibe ich. Für einen Blick hinter die Kulissen der beliebten Krimi-Reihe „Nord Nord Mord“ habe ich als Komparsin angeheuert. Mein „Kostüm“ bringt ein freundlicher Mitarbeiter der Produktionsfirma „Network Movie“ schon abends zuvor vorbei. Nicht ungewöhnlich, bis auf eine silberne, sehr kurze Jacke in Alufolien-Optik. Kostümprobe: Mit Kapuze sehe ich aus wie eine dieser Figuren aus Star Wars. Presswurst in Alufolie. Mein Mann lacht sich schlapp und ich schicke besorgt ein Selfie an Stefan, den freundlichen Mitarbeiter der Produktionsfirma. Ob das so aussehen soll? Super, schreibt er, ist abgenommen! Gut, die werden beim Film wissen, was sie tun.

Am ersten meiner beiden Drehtage schrillt  der Wecker um 3.30 Uhr. 3.30 Uhr! Vor Schreck falle ich fast aus dem Bett. Zuvor hatte die Casting-Agentur etwas von einem „Einsatz im Morgengrauen“ gemurmelt. Dass der Morgen so früh graut, war mir nicht bewusst. Der Job: in der Lister Blidsel-Bucht in den Sonnenaufgang joggen.

Simone Steinhardt-Syltbloggerin-Freie Journalistin Sylt-Sylt

Ein kurzer Schnappschuss, mal eben schnell, damit ihr ahnt, worum es geht. Nein, man macht sich nicht zum Horst. Das sieht nur so aus.

Magische Blidselbucht

Als wir mit den Drohnenpiloten den Drehort erreichen (ja, die Jungs hatten eine Genehmigung), liegt Nebel mystisch wie ein Weichzeichner zwischen den kleinen Buchten, der Horizont ist in dunkles Orange getaucht, das sich immer intensiver in den Wasserpfützen spiegelt. Magisch. Die Müdigkeit ist verflogen. Um 5.45 Uhr jogge ich Richtung orangefarbenen Feuerball. „Kannst Du ein bisschen schneller laufen?“, fragt Stefan. Ja, schon. Ich laufe schneller. Und wieder zurück. Und wieder hin. Und wieder zurück. Verdammt – ich hätte vorher frühstücken sollen. Schließlich ist die Szene abgedreht und ich darf einen Blick auf das Rohmaterial werfen. Wahnsinn – und die silberfarbene Jacke sieht im Sylter Morgenlicht sogar richtig gut aus.

Morgens, 6 Uhr in List auf Sylt: Szene abgedreht, weiter gehts. Danke an die Drohnenpiloten von Digicopter für das Foto!

Und weil’s bei uns am Strand so schön ist – hier noch ein Foto von der Abendsonne. Hach…..Foto: @Simone Steinhardt

Neuer Drehtag, neue Szenerie. Ich spiele eine Kellnerin, ganz in Schwarz und mit weißer Schürze. Die Szene: Maklerin Susanna Wagner (Mina Tander) ist in ein Gespräch mit Kommissar Hinnerk Feldmann vertieft (Oliver Wnuk). Dabei trinken die beiden Kaffee, serviert von meiner Kellner-Komparsen-Kollegin. Obendrauf ist Milchschaum, ein Besonderer: Hinnerk Feldmann soll angesichts der Kaffee-Ingredienzien, zu denen auch Alkohol gehört (nicht in echt), nach dem ersten Schluck in den Schaum prusten. Dafür muss der eine bestimmte Konsistenz haben: Ein Fall für Sunny aus der Requisite. Szene um Szene schichtet sie wieder und wieder Milchschaum in den Tassen. „Müssen wir das immer wieder neu machen?“, fragt ein Crewmitglied. Die Zeit drückt immer am Set. „Ja, müssen wir“, sagt Sunny. Ich assistiere: Behältnis mit Milch füllen, Knopf drücken, anreichen. Viel Detailarbeit für eine Szene – und der Milchschaum ist nur ein Beispiel dafür. Zwischendurch wedelt ein Mitarbeiter aus der Maske mit der Puderquaste über mein Gesicht. „Mutti wusste schon immer, dass sie die schönste Tochter hat“, flötet er fröhlich. Ton ab, Kamera läuft, und Bitte: Während die Szene gedreht wird tue ich, was eine Kellnerin am Tresen eines Café so tut. Ohne Geräusche dabei zu machen. Die werden erst später aufgezeichnet. Und so schnippele ich lautlos an Torten, die ich eigentlich lieber essen würde und schiebe Geschirr von links nach rechts.

Simone Steinhardt-Sylt-Oliver Wnuk-NordNordMord-Syltblogger

Kellnerschürze statt Block und Bleistift: Am Rande der Dreharbeiten mit dem sympathischen Schauspieler Oliver Wnuk.

Oliver Wnuk fand Sylt anfangs doof

Weitaus spannender als mein Kellnerjob: das spontane Gespräch mit Oliver Wnuk am Rande der Dreharbeiten. Wnuk spielt Hinnerk Feldmann, neben Hauptkommissar Theo Clüver (Robert Atzorn) und Kollegin Ina Behrendsen (Julia Brendler). Das Trio soll den Tod eines Villenbesitzers aus Kampen aufklären, wobei Hinnerk auf die ebenso attraktive wie verdächtige Maklerin Susanna Wagner (Mina Tander) angesetzt wird. Wir sitzen auf einer Bank in der Sonne und Oliver Wnuk erzählt von seinen Startschwierigkeiten mit Sylt.  „Warum haben hier sogar die Bushäuschen ein Reetdach? Das fand ich total unsinnig. Mittlerweile hänge ich selbst gerne in der Sansibar ab“, sagt Oliver Wnuk und lacht. Doch auch im L.A. List oder bei Gosch im Lister Fischhaus trifft man den 41-jährigen, der bei den Dreharbeiten gerne seine Lebensgefährtin Yvonne Catterfeld und seinen Sohn um sich hat. „Ich mag die Kollegen und die Arbeitsatmosphäre hier sehr. Und die Melange aus Krimi und Komik, das kenne ich aus anderen Formaten so nicht.“ Erkennt er in den Charakterzügen Hinnerks Parallelen zu seinen eigenen? „Ich mag grundsätzlich das Skurrile, unterhaltsam und authentisch. Und ich denke, dass ich auch privat unterhaltsam und authentisch bin“, sagt Wnuk lächelnd.

Wenig später ist für mich Drehschluss. Turnschuhe, Silberjacke und Schürze hängen wieder in der Filmgarderobe. Und ich kehre zu meinem eigentlichen Job als Journalistin zurück. Auch wenn es mit dem lange Schlafen selten klappt. Bei Robert Atzorn dürfte das anders sein – der Schauspieler gab kürzlich über seine Agentin bekannt, sich komplett ins Privatleben zurückzuziehen.

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Hier könnt ihr übrigens mein Interview mit Robert Atzorns Nachfolger Peter Heinrich Brix lesen.

Peter Heinrich Brix: Der „Neue“ bei Nord Nord Mord

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